Kennen Sie den Toyota Auris? Was, gehört haben Sie schon mal was davon - aber wie der genau aussieht...? Ah, Corolla! Ja, Corolla kenn ich schon. Gibts den überhaupt noch? Nein gibts schon länger nimmer - dafür gibts jetzt den Auris...
Tja, da baut Toyota viele gute und vor allem zuverlässige Autos, aber irgendwie nimmt man sie nicht wahr.
Deutschland würde auf solch ein Problem jetzt so
reagieren:
Anruf M GmbH / AMG / quattro /... : Gewicht raus, PS rein,
Fahrwerk und Optik schärfer - Aufmerksamkeit garantiert. Toyota
macht´s smarter und ist damit nicht minder erfolgreich:
Elektromotor rein - Hybrid-Badges drauf und schon wird aus der
grauen Maus ein grüner Weltenretter.
Der Auris entzieht sich gekonnt der
Golfklasse.
Und hat somit auch nicht mehr das Problem, mit dem VW Golf
verglichen zu werden. Denn da hätte er wirklich ein Problem.
Spielt dieser ja mittlerweile fast schon im Premiumsegment mit.
So aber steht der Toyota Auris Hybrid (noch) relativ alleine am
Markt da. Die Generation Apple greift entweder zum Prius oder -
falls man´s doch ein bissl konservativer möchte - zum
Auris.
Hybrid-Technik, die funktioniert.
Der Auris gebärdet sich weitgehend ident zum Prius - kein
Wunder, werkelt doch in beiden Autos dieselbe Technik. Vorne
ein Vierzylinder-Benziner gekoppelt mit einem E-Murl - im Heck
die Akkus. Das kostet zwar Kofferraum, ist aber verkraftbar.
Man merkt auf jedem Kilometer, dass Toyota schon einige
Jährchen im Hybrid-Geschäft tätig ist. Der Kraftfluss passt -
egal welcher Motor gerade arbeitet. Beeindruckend unspektakulär
und auch schon vielfach bewährt.
Wie effizient das System funktioniert zeigt unser Durchschnittsverbrauch von 5,6 Litern auf hundert Kilometern - und das hauptsächlich in der City gefahren. Dieser Wert ist zwar weit von der Werksangabe entfernt ( 3,8 Liter ), für ein insgesamt 136 PS leistendes Auto doch recht ordentlich. Es hat schon was, wenn man in der Tiefgarage, im Stau oder beim Einparken komplett lautlos dahinschleicht. Braucht man mehr Leistung schaltet sich der Benziner dazu. Verwaltet wird das Ganze über ein stufenloses CVT-Getriebe.
Idealer Einsatzort des Auris Hybrid ist
verständlicherweise die City - da spielt er sein Konzept
gekonnt aus.
Überland gehts auch halbwegs gut vorwärts - man sollte halt
kein allzu dynamischer Autofahrer sein. Weil Sport ist nicht
die Sache eines Toyota Hybrid. Tritt man das Gaspedal etwas zu
forsch, dreht der Benziner lautstark hoch, ohne jedoch wirklich
dynamisch zu werden. Außerdem tritt eine Eigenheit zutage, die
wir Diesel-verwöhntes Volk schon lange nicht mehr kennen: die
geringe Reichweite. Dank relativ klein dimensioniertem Tank
schreit die (übervorsichtige) Tankzeige bereits nach wenigen
hundert Kilometern Alarm.
Motto "Gleiten statt Hetzen" ist angesagt.
Wer das beherzigt, wird mit dem Auris Hybrid sicher glücklich.
Im Fahrbetrieb gebärdet sich der Auris HSD unauffällig. Das
Fahrwerk ist von der gemütlichen Sorte. Auch die indirekt
ausgelegte Lenkung zeigt die Bestimmung des Öko-Auris.
Optisch gibt es zum normalen Auris kaum
Veränderungen.
Lediglich die aerodynamisch optimierte Front inklusive
LED-Tagfahrscheinwerfer, der Kühlergrill und das blau
hinterlegte Toyota-Logo springen ins Auge. Im Innenraum fällt
die Batterie-Anzeige auf, welche den Drehzahlmesser des
Normalo-Auris ersetzt. Den joystickähnlichen Automatik-Shifter
kennen wir schon vom Prius.
Toyota zieht sein Hybrid Konzept jetzt flächendeckend
durch.
Neben dem Yaris launchen die Japaner in Kürze noch eine Prius
Van-Variante. Für urbane Menschen mit gesundem Öko-Bewusstsein
gibts dann wirklich für jeden Geschmack den richtigen Toyota.
Vielfahrern sei aber dennoch der Diesel ans Herz gelegt. Also,
in sich gehen und dann erst entscheiden ist angesagt.
Toyota Auris HSD erhältlich ab EUR 23.220,-
Verfasser: g.b. Fotos o.w.
Bericht vom 06.10.2011