Audi geht wieder seinem geliebten Steckenpferd nach:
dem Bau von Brutalo-Kombis.
Dieses mal ist wieder mal der A4 dran. Audi stretcht den
aktuellen Vierer Avant um zwei Zentimeter - dank muskulöser
Kotflügel nimmt der Kombi auch in der Breite um satte 24
Millimeter zu. Lediglich bei der Höhe dreht sich der Wachstum
ins Negative: minus 20 Millimeter. Damit die voluminösen
Radkästen auch gut befüllt sind, montiert Audi bis zu 20 Zoll
große Alufelgen hinter denen sich auf Wunsch Keramik
Bremsscheiben im 380mm-Familienpizza-Format nur schwer
verstecken lassen.
Unter der Haube gibts bekannt feine Ware.
Der aus dem RS5 bekannte Achtzylinder leistet auch im RS4
satte 450 PS aus 4,2 Litern Hubraum. Das maximale Drehmoment
liegt bei 430 Newtonmeter (ab 4.000 U/min). Damit soll der Audi
RS4 Avant in 4,7 Sekunden die 100 km/h-Marke knacken und
optional 280 km/h Spitze erreichen. Die Zeiten scheinen vorbei
zu sein, in denen RS-Eigner Zusatztanks in die
Reserverrad-Mulde einbauen ließen um halbwegs erträgliche
Reichweiten zu schaffen - laut Hersteller sollen im Schnitt nur
knapp elf Liter pro hundert Kilometer verpfeffert werden - mal
sehen...
Siebengang S-tronic, Kronenrad-Mittendifferenzial und
Quattro-Antrieb Serie
Etwas anderes hätten wir uns auch nicht erwartet - oder können
Sie sich ein derartiges Fahrzeug noch mit Handschaltung oder
gar Vorderradantrieb vorstellen? Sonst gibts noch
Hitech-Gadgets wie die abschaltbare Stabilitätskontrolle ESC
mit Sportmodus oder das Fahrdynamiksystem drive select. Wer
möchte, ordert das feine Audi Sportfahrwerk plus mit Dynamic
Ride Control (DRC). Dabei verbinden Ölleitungen und ein
Zentralventil je zwei diagonal gegenüber liegende Stoßdämpfer,
bei schneller Kurvenfahrt verstärkt das System beispielsweise
die Abstützung des kurvenäußeren Vorderrads. Folge: der RS4
neigt sich kaum mehr - liegt (noch mehr) wie ein Brett.
Sonst gibts die übliche RS-Folklore.
Vorn prangt ein Singleframe-Grill mit Rautenmuster, rundum
gibts fette Spoiler, aggressive Lüftungsöffnungen, Logos an
allen Ecken, zahlreiche Aluminium-Zierteile und die bekannten
ovalen Auspuffrohre kennen wir schon von RS5 und RS6. Die
Außenspiegel-Gehäuse tragen matte Aluminiumoptik. Wer möchte,
bestellt schön benamste Farbtöne wie Prismasilber und
Pantherschwarz.
Traditionell schwarz auch das Interieur.
Der Innenraum des RS 4 Avant ist ganz in Schwarz gehalten.
Chromspangen an Schaltern und Bedienelementen setzen feine
Akzente. Die Dekoreinlagen bestehen serienmäßig aus Carbon,
optional aus gebürstetem Aluminium, Aluminium Race, schwarzem
Klavierlack oder hellem Edelstahlgewebe. Sportsitze vorn mit
integrierten Kopfstützen sind Serie. Alternativ sind
Schalensitze oder luxuriöse Klimakomfortsitze mit
Belüftungsfunktion zu haben. Das fette Sportlederlenkrad ist im
unteren Bereich abgeflacht, die serienmäßigen Schaltwippen sind
in Alu-Optik gehalten. Im Farbdisplay zwischen den
Rundinstrumenten ist ein RS-Menü mit einem Laptimer für
Rundenzeiten sowie ein Ölthermometer integriert.
Den Audi RS4 gibts ab Herbst 2012 im wohlsortierten Audi-Handel. Preislich hat sich Audi noch nicht festgelegt - wir befürchten das Schlimmste.
Verfasser: e.b. Fotos Werk
Bericht vom 15.02.2012