FAHRBERICHT

Wir testen unser persönliches "Car of the year"

Der Range Rover Evogue gehört eindeutig zu den herausragenden Neuerscheinungen des Jahres 2011 - Teil 2 unseres Evogue-Specials

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Jetzt steht er vor uns. Die Land Rover Pressestelle hat uns ein Coupé vergönnt.
Bullig. Aber dennoch um Häuser kleiner, als er auf den Vorab-Fotos rüberkommt. Kein Wunder, überragt ihn sogar der gar nicht große Tiguan längenmäßig. Erster zwiespältiger Eindruck: dieses langweilige Westminster-Blau steht dem Evogue nicht wirklich - das Auto schreit nach Fuji-Weiß. Zusammen mit dem niedrigen dunkel getönten Fensterband ergäbe das wahrscheinlich genau das Abbild der hinreissenden Design-Studie, mit der alles begann.

Große Räder wohnen in bauchigen Kotflügeln.
Achtzehn Zoll empfehlen wir als optisches Minimum. Range Rover bietet aber auch 19 oder 20 Zoll an. Überhänge gibt´s so gut wie keine - quasi an jeder Ecke ein Rad. Das macht den Evogue ungemein bullig - im wahrsten Sinn des Wortes bodenständig. Was dem Evogue gänzlich fehlt ist jede Art von Aggressivität. So überwiegen die positiven Passanten-Reaktionen - angenehm, wenn´s so viel Feedback gibt.

Einsteigen und wohlfühlen.
Entriegelt wird standesgemäß Keyless. Die Ledersitze sehen nicht nur gut aus, sie sind auch superbequem. Was für ein Raumgefühl! Das liegt zum Einen an der üppigen Fahrzeugbreite, zum Anderen am riesigen Glasdach des Testwagens. Da fallen die niedrigen "Sehschlitze" hinten gar nicht mehr so unangenehm auf. Zumal man im Fond ebenfalls feine Platzverhältnisse vorfindet. Reinklettern muss man halt erst mal - Familien raten wir eindeutig zum nicht minder stylishen Fünftürer.

Jede Menge Liebe zum Detail.
Der feine in die Handfläche surrende Automatik-Knopf hat uns schon im Jaguar XF gefallen. Die saltoschlagenden Luftdüsen gibt´s leider nicht. Dafür jede Menge weitere originelle Detaillösungen - vom Softtouch-Innenlicht bis zur Umfeldbeleuchtung mit Evogue-Logo. Ebenso nett wie sinnfrei präsentiert sich die CO2-Ausstoss-Anzeige beim Aktivieren des Tempomats - zumal sich unser 190 PS-Test-Evogue nicht unbedingt als Sparefroh gebärdete. Aber davon später.

Liebling der Laterndlparker.
Unser Evogue-Test fiel genau mit dem ersten Wintereinbruch des Jahres 2011 zusammen. Eiskratzen und Schneekehren blieb uns aber dennoch weitgehend erspart. Erstens tauen die Heizdrähte in Front- und Heckscheibe blitzschnell die Sicht frei und aus einem unerfindlichen Grund blieben die vorderen Seitenscheiben sogar bei massiven Minustemperaturen eisfrei. Das Auftauen des Fahrers übernehmen dann Sitz- und Lenkradheizung.

Mit dem 190 PS Turbodiesel ist der Evogue fein aber nicht üppig motorisiert.
Der Turbodiesel gefällt vor allem mit zurückhaltender Akustik und cremiger Kraftentfaltung. PS-Fetischisten würden sich vielleicht noch ein paar Zusatz-Pferdchen wünschen, aber das ist Kritik auf höchster Ebene. Für den flotten österreichischen Alltag reichts allemal. Dass wir mit unserem Evogue permanent an der Neunliter-Marke kratzten, hat uns ehrlich gesagt schon gewundert, zumal genau dieser Motor im Jaguar XF 2.2d im Fahrfreude-Test nur 6,7 Liter Diesel konsumierte. Aber vielleicht braucht unser Testwagen noch ein paar Einfahr-Kilometer.

Das Zusammenspiel mit der 6-Gang-Automatik funktioniert klaglos - hier hat uns der S-Modus besonders gut gefallen. Wer unbedingt händisch eingreifen möchte, betätigt die perfekt dimensionierten Schaltpaddels am Lenkrad. 

Range Rover Feeling auch im Evogue.
Jeder der schon mal einen Rangie bewegt hat und davon angetan war, wird sich auch im Evogue pudelwohl fühlen. Komfortabel aber dennoch nicht butterweich gedämpft bügelt der kleine Range Rover auch schlechte Straßen (oder Nicht-Straßen). Dabei hat Land Rover dem jüngsten Spross auch ein halbwegs sportliches Kurvenverhalten angedeihen lassen. Dank präziser Lenkung, geringer Seitenneigung und den fein ausgeformten Sitzen gehts flott durch Biegungen aller Art. Der Evogue bereitet definitiv jede Menge Fahrfreude.

Schneefräse mit hohem Spaßpotential
Über die Offroad-Qualitäten des Evogue haben wir schon berichtet. Das würdevolle Befahren einer Schneefahrbahn gehört für den Evogue da eindeutig zu den leichtesten Übungen. Terrain Response auf "Schnee" und los gehts - ach ja, lenken und bremsen sollte man noch.

Fazit
Dass sich Land Rover überhaupt die Produktion des Evogue getraut hat, ist eigentlich schon eine Kaufempfehlung wert. Wer sich demnächst ein SUV zulegen will, sollte unbedingt auch ein Auge auf den Range Rover Evogue werfen. Preislich kaum höher angesiedelt als X1 und Q3 erhält man das deutlich schneidigere Design, feine Verarbeitung und ein technisch perfektes Komplett-Paket, welches auch den einen oder anderen Offroad-Ausflug mit Bravour meistert.


Range Rover Evogue Coupé 2,2 SD4 Automatik
Technische Daten / Preis:
Motor: 4-Zylinder Commonrail Turbodiesel 2179 ccm
Leistung: 190 PS bei 3500 Umin
Drehmoment: 420 Nm bei 1750 Umin
Testverbrauch (Mix): 8,8 Liter Diesel / 100 km
Vmax: 195 km/h
Beschleunigung: 8,5 Sekunden auf 100 km/h
Basispreis: EUR 45.000,-
Testwagenpreis: EUR 54.252,- inkl. Technik-Paket (E-Ledersitze, Soundsystem, Freisprecheinrichtung, 18-Zoll-Bereifung, Winterpaket, Sichtpaket, Parkhilfe-Paket, Panorama-Glasdach, Keyless-Entry, Metallic

Fahrbericht: Wir testen unser persönliches "Car of the year"
Verfasser: g.b. Fotos o.w.
Bericht vom 21.12.2011
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