Hyundai hat derzeit einen Lauf.
Während sich der Mitbewerb teilweise mit haarsträubend
langweiligen Produktionen abplagt, scheint Hyundai derzeit ein
goldenes Händchen für spannende Automobile zu haben. Der
Veloster gehört da zweifellos dazu.
Der Veloster wirkt schon am Stand wie ein Pitbull -
zumindest optisch.
Kurze kräftige Schnauze, aggressives
Scheinwerfer-Layout, große teillackierte Alufelgen und ein
ausdruckstarkes Heck, auf das selbst der seelige Alfasud
neidvoll von Wolke Sieben herabblickt. Zur spektakulären Optik
passen die scharzen A-Säulen, die die dunkel getönten
Glasflächen wie ein Helmvisier wirken lassen und das fast
komplett verglaste Dach. Perfekt dazu passend die fruchtige
Lackpalette - empfohlen seien hier die saftigen Farbtöne
"Vitamin C", "Green Apple" oder das peppige "Veloster Red" des
Testwagens.

Sportwagen für die smarte Kleinfamilie.
Als ob die fesche Optik nicht genug wäre, verpassten die
Koreaner dem Veloster noch ein witziges Türkonzept. Links ganz
schnittiges Coupé mit weit aufschwingender Einzeltür, lassen
sich die durchaus bewohnbaren Fondsitze auf der rechten
Fahrzeugseite durch eine zweite kleine Türöffnung mit in der
C-Säule verstecktem Türgriff (hallo Alfa!) komfortabel entern -
ein echter Mehrwert gegenüber Scirocco & Co., macht doch
dieses Zusatz-Türl den Veloster durchaus
kleinfamilientauglich.
Auch eine ausgedehnte Shoppingtour lässt sich mit dem
Veloster realisieren.
Der Kofferraum bietet ein Volumen von durchaus
brauchbaren 320 Liter. Durch Umklappen der Rücksitzlehnen lässt
sich der Laderaum auf üppige 1015 Liter erweitern. Dass beim
Einladen die hohe Ladekante im Weg steht, sei hier nur nebenbei
erwähnt.

Auch beim Interieur enttäuscht der Veloster
nicht.
Der Armaturenträger ist hyundaiesk gestaltet - Blickfang
ist der Startbutton im Zentrum der Mittelkonsole. Alles wirkt
leicht futuristisch angehaucht - wie einfach sich das Ganze
letztendlich bedienen lässt, spricht für die perfekte
Ergonomiearbeit in Korea. Ebenso positiv aufgefallen sind uns
die stark konturierten Sportsitze - in der Sportplus-Version
fein beledert. Dass auch der Veloster super verarbeitet dasteht
wundert schon lange niemand mehr.
Kleiner motorischer Wermutstropfen.
So sehr der Veloster auch "Sport!" schreit - die Optik
alleine machts leider nicht aus. Der 140 PS leistende Sauger
tut sich doch ein bissl schwer der Optik zu entsprechen. Grund
dafür sind die mageren 167 Newtonmeter Drehmoment, welche erst
bei gut 5000 Umdrehungen generiert werden. Nicht, dass man
selbst den Motor nicht gerne hochdrehen würde - nur der Kerl da
vorne steht nicht wirklich auf Drehzahlen - wirkt dabei
unwillig und mürrisch. Fahrwerksabstimmung, Lenkung, Bremsen
und Schaltung würden durchaus mehr Motorpower vertragen. Vor
allem das leichtgängige, präzise schaltbare Getriebe macht Lust
auf mehr. Aber keine Sorge - Hyundai arbeitet bereits an einer
200 PS-plus Turbo-Version. Pfeifen zumindest die Spatzen von
den Dächern.
Fazit.
Hyundai liefert derzeit mit dem Veloster eines der
optisch gelungendsten Coupés. Preislich wie immer äußerst fair
kalkuliert, fein ausgestattet und bestens verarbeitet wird der
kleine Veloster auch bei uns seinen Weg machen. Wer´s motorisch
etwas üppiger mag, sollte auf die starke Turbo-Variante warten
- dann kann man beim Veloster wirklich von einem Sport-Coupé
reden.
Hyundai Veloster - Daten & Preis
Motor: Vier-Zylinder-Benziner, 1591 ccm,
Direkteinspritzung
Leistung: 140 PS bei 6300 U/min
Max. Drehmoment: 167 Nm bei 4850 U/min
Durchschnittsverbrauch (nach EU-Norm): 6,5 Liter
Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
Beschleunigung 0 - 100 km/h: 9,7 Sekunden
Basispreis: EUR 22.990,-
Testwagenpreis - Hyundai Veloster 1.6 GDI
Sportplus:
EUR 26.490,- inkl. 18-Zoll Räder, LED Tagfahrlicht,
Klimaautomatik, Tempomat, Klavierlack, Teilleder-Sitze,
Smart-Key, Navigation, ...
Verfasser: g.b. Fotos o.w.
Bericht vom 03.01.2012